Der Keoladeo Nationalpark (KNP), eine Stätte der Ramsar-Konvention und UNESCO-Weltnaturerbe, ist einer der schönsten Wasservogelreservate der Welt und die Heimat einer reichhaltigen biologischen Vielfalt.
Der Keoladeo-Nationalpark liegt im Bezirk Bharatpur des Staates Rajasthan. In 180 km Entfernung von Delhi, befindet er sich im Goldenen Dreieck der berühmten Touristenziele Delhi-Agra-Jaipur und ist gut über die Straßenverkehrswege erreichbar. Früher unter dem Namen Bharatpur Vogelschutzgebiet bekannt, umfasst der Park, der am Zusammentreffen der Flüsse Gambhir und Banganga liegt, eine Fläche von 29 Quadratkilometern. Der Park verfügt über eine beachtliche Vielfalt an Biotopen und bietet die ideale Heimat für Land- und Wasservögel. Der Park erhielt seinen Namen nach dem Keoladeo-Tempel der Gottheit Shiva, der sich im Inneren des Parks befindet und ist außerdem unter dem Namen „Ghana" (dichter Wald) bekannt.
Das Gelände ist beinahe eben, mit ein paar Anhöhen von zwischen 173 m und 176 m über dem Meeresspiegel und einem sanften Hang in Richtung der zentralen Mulde. Erddeiche, in denen an strategischen Punkten Schleusengitter eingebaut sind, um die Wasserversorgung zu regulieren, unterteilen das Überschwemmungsgebiet mit einem Umfang von ungefähr 900 Hektar in verschiedene Bereiche. Die mittlere jährliche Niederschlagsmenge liegt bei 650 mm. Außer in einem kleinen Gebiet im Nordwesten, das unmittelbar an die landwirtschaftlichen Flächen der nahe gelegenen Dörfer grenzt, sind die Feuchtgebiete von einem terrestrischen Biotop mit einem Umfang von ungefähr 2.000 Hektar umgeben.
In dem von Menschen veränderten und geleiteten Park bildet sich durch eine Anzahl von Sperren, in denen das Wasser von Erddeichen gehalten wird, ein System von Frischwassermooren. Über den Ghana-Kanal werden die Sperren bei jedem Monsun von Wasser aus dem Ajan-Bund geflutet. Entlang dem Kanalverlauf wird der Wasserfluss innerhalb des Parks an strategischen Punkten über die Schleusengitter kontrolliert. Sämtliche Sperren sind normalerweise innerhalb von sechs bis acht Wochen überflutet, das überschüssige Wasser passiert das Dorf Jatoli außerhalb des Nationalparks und fließt in die Hochwasserregulierungsanlage der Stadt Bharatpur. Das Wasser hält sich im Park, bis die sengende Sommerhitze es auf natürliche Weise austrocknet. Der KNP ist ein dynamisches und empfindliches Ökosystem. Es handelt sich um ein vom Menschen modifiziertes System, das Eingriffe in Form von gut durchdachten Managementprogrammen erfordert. Der Park benötigt ein kontinuierliches und wirksames Management seiner Wasservorräte, seiner Biotope und auch der Menschen.
Auf Grund der Tatsache, dass es eine der schönsten ornithologischen Beobachtungsstätten Asiens ist, kommen jedes Jahr über 100.000 Besucher in den Park. Die Bandbreite der Besucher reicht vom ernsthaften Ornithologen über Schulkinder bis hin zum einfachen Touristen, wobei nahezu 45.000 Besucher aus dem Ausland kommen. Außerdem ist der der Park so vorteilhaft gelegen, dass Touristen, die die Städte Agra, Mathura und Jaipur besuchen, immer einen Zwischenaufenthalt in Bharatpur einlegen. Obendrein liegen noch 11 Dörfer rund um den Park, was eine weitere Vielfalt der Interessenvertreter des Parks zur Folge hat. Die Gruppe der Interessenvertreter besteht aus Rikscha-Fahrern, Fremdenführern, Reiseveranstaltern, Touristen, Angestellten des Parks, der königlichen Familie von Bharatpur und der örtlichen Gemeinde. Der Standort, die Charakteristik und die Bedeutung des Parks, all dies macht die Anforderungen sehr einzigartig und zugleich auch sehr vielseitig.
Unterstützung
Durch die Errichtung eines aus Sponsoringmitteln von Daniel Swarovski & Co finanzierten Wetlands Interpretation Centre und die Umsetzung eines Naturlehrpfades in Kooperation mit Swarovski Optik soll der Aufenthalt für die Besucher des Keoladeo Nationalparks so interessant und lehrreich wie möglich gestaltet werden. Auch die lokale Bevölkerung ist in dieses von Swarovski, dem WWF und der Regierung Rajasthans getragene Naturschutzprojekt involviert: als Guides, Rikscha-Fahrer und Mitarbeiter in diversen Bereichen des Naturschutz-Zentrums kann sich ein Teil ihren Lebensunterhalt verdienen. Zentrales Ziel des Salim Ali Visitor Interpretation Programms ist es den Menschen - Einheimischen wie Touristen - die Bedeutung der Erhaltung von Feuchtgebieten, sowie insbesondere des Wassers, vor Augen zu führen, und somit den Fortbestand dieses Naturreservates und seiner immensen Artenvielfalt sicherzustellen. Am 17. Januar 2006 fand in Anwesenheit von Mitgliedern der Regierungen Rajasthans und Tirols, hohen Funktionären des WWF Indien, sowie des Swarovski Beirats und des Vorstandes von Swarovski Optik die feierliche Eröffnung des "Swarovski Salim Ali Centre" statt.
Vogelarten
Dieser Park ist weltweit als Vogelparadies bekannt, seiner Lage verdankt der KNP die reichhaltige Vielfalt an heimischen Vögeln und Zugvögeln. Auf der einen Seite bedeutet der Standort des Parks im Süden des Himalaja-Gebirges, dass viele Zugvögel aus der Paläarktis hier zu Zehntausenden zusammentreffen. Andererseits ziehen die beachtlichen Biotope des Parks eine große Anzahl von Brutvögeln an. Gemeinsam sorgen die hier überwinternden Zugvögel und die heimischen Vögel für eine überwältigende Vielfalt von insgesamt über 370 Vogelarten. Dieser Ort ist auch die Heimat von drei Kranicharten. Der Sarus-Kranich - der größte Flugvogel, der gemeine Kranich und der Demoiselle-Kranich. Mit ungefähr 130 hier brütenden Vogelarten bietet der Park in der Nistzeit einen unübertroffenen Anblick. Während einer Bootsfahrt kann man nistende Reiher aus unmittelbarer Nähe beobachten. Kormorane, Silberreiher, Löffelreiher und Ibisse findet man in über 100 Bäumen in den verschiedenen Teilen des Parks. In einem einzigen großen Baum kann man sogar bis zu 100 Nester finden.
Eistaucher, foto von Walter Finkenbeiner Kraniche, Foto von Walter Finkenbeiner
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Es ist wunderbar, wenn die Wasseroberflächen im Winter mit einer riesigen Menge von Wasservögeln aus über 25 verschiedenen Arten bedeckt sind. Das Grasland und die bewaldeten Gebiete des Parks sind die Heimat der Eisvögel, Bienenfresser, Racken, Grasmücken und der äußerst attraktiven Paradiesfliegenschnäpper. In den mit Früchten beladenen Bäumen wohnen Bülbüls, Mainas, Tauben, Drosslinge und das Grasland wird von Grasmücken, Lerchen und Piepern bewohnt.